Meine erste Woche in Vermont

Am Montag, den 22. August 2011 bin ich in Frankfurt abgehoben…und 8 Stunden später war es dann endlich so weit: Das Flugzeug landete auf amerikanischen Boden: Ich war in Boston, Massachusetts. Ich bin einfach dem Strom der restlichen Passagiere gefolgt und dann hieß es erst mal warten, denn jeder Einzelne wurde kontrolliert: Reisepass, Visum, Einreisenachweis und „Identification Card“. Dann noch schnell ein Foto gemacht und Fingerabdrücke genommen… Nach mehreren Kontrollen bekam ich also endlich meinen Koffer und dann war´s wie im Film: Man wurde durch eine große Eisentür geleitet und dahinter war eine Absperrung, hinter der die ganzen wartenden "Abholer" jeden, der durch diese Tür kam, genau musterten, ob es denn endlich die Person war, auf die sie gewartet hatten.

Nach einer kurzen Begrüßung durch meine Gasteltern Wendy und Brian haben wir uns auf die Suche nach dem Auto gemacht, denn die beiden hatten zwar den Parkplatz ihres Wagens fotografiert, sich den Weg dahin aber nicht sonderlich gut eingeprägt...

Da ich in der Nacht geflogen bin, im Flugzeug nicht schlafen konnte und hier eine Zeitverschiebung von 6 Stunden habe, konnte ich gegen 6 Uhr morgens deutscher Zeit um Mitternacht in Boston todmüde ins Bett fallen… und somit hatte ich fast keine Probleme mit dem Jetlag.

Nach meiner ersten Nacht im Hotel in den USA, kamen wir nach 5 Stunden Autofahrt in meiner „neuen Heimat“ Milton in Vermont an. An diesem Tag gab es ein kleines Erdbeben, das erste seit einem halben Jahrhundert in dieser Gegend, doch wir haben nicht viel davon gespürt.

Am Ende meiner ersten Woche haben wir uns dann auf den Hurrikan „Irene“ vorbereitet und haben im "Target", das ist ein unglaublich großes XXL-Einkaufszentrum, in dessen Tabakwaren-Abteilung locker das Eschweger Kaufland Platz fände, und wo es einfach alles gibt, eingekauft: 2 Kanister Wasser, unzählige Batterien, Kerzen, Klopapier und Mengen von vorgekochtem Essen…

Als der Sturm kam, haben wir uns in das untere Stockwerk zurückgezogen und kamen mit heiler Haut davon: uns und unserem Haus ist nichts passiert.



parents

Andere hatten da nicht so großes Glück: so ist z.B. auf das Dach unserer Nachbarn ein Baum gefallen, wir haben zahlreiche auf dem Kopf stehende Autos neben den Highways gesehen, und mehrere Dörfer und Städte nicht weit von uns sind vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten. Viele Straßen und Brücken wurden zerstört, unzählige Häuser geflutet und weggerissen und die Menschen in diesen Gebieten haben nun keine Strom- und Wasserversorgung mehr.

Meine Gasteltern sind Angehörige der "National Guard", einer Art Heimatpolizei, und beide wurden kurzfristig "activated", das heißt abberufen, um Katastrophenhilfe zu leisten, und so musste auch ich „evakuiert werden“ und lebe daher jetzt bei der Familie der Schwester meines Gastvaters in Williston, VT.


Folrace



Girlies